Digitalisierung kommt im Mittelstand an – das setzt klassische Banken unter Druck

Lediglich 1,3 Millionen Einwohner und eine zu 50 Prozent bewaldete Landesfläche, die kleiner als Niedersachsen ist. Das ist Estland. Das ist das am stärksten digitalisierte Land der Welt. Hier stehen überall Birkenbäume, hier ist fast alles papierlos: die Wahl, der Ausweis, die Steuererklärung, Grundbucheinträge, Transaktionen und Signaturen. Internet als Grundrecht. Sogar Unternehmensgründungen sind im Netz möglich – durchschnittlich dauert das gerade mal eine halbe Stunde. Und mit der sogenannten „E-Residency“ sind auch Nicht-Esten in der Lage, das digitale Angebot zu nutzen. Das ist vor allem für Investoren und Unternehmen interessant, die dadurch ortsunabhängig arbeiten können.

Von solchen Digital-Standards sind wir in Deutschland noch weit entfernt. Nach dem aktuellen Digital-Ranking von Internations, einem sozialen Netzwerk für Expats, für im Ausland tätige Führungskräfte, befindet sich Deutschland nur auf Platz 53 von insgesamt 68 bewerteten Ländern. Zwischen Griechenland und Argentinien.

Mittelstand setzt Banken unter Digitalisierungsdruck

Aber es kommt langsam Bewegung in die Digitalisierung hierzulande. Und die Treiber sind die Verbraucher und Unternehmen selbst. Erstere bezahlen im stationären Einzelhandel inzwischen häufiger mit Giro-, Kreditkarte oder Smartphone als mit Bargeld, wie das Kölner Handelsforschungsinstitut EHI Anfang Mai dieses Jahres ermittelt hat, während Unternehmen immer forcierter Digitalisierungspläne angehen. Nicht nur auf die großen Marktteilnehmer trifft das zu, sondern inzwischen auch auf viele Betriebe aus dem Mittelstand, die sich sicher sind, in spätestens drei bis fünf Jahren ihre Geschäftsmodelle im Zuge der Digitalisierung verändern zu müssen. Das ist das Ergebnis einer jüngst veröffentlichten Erhebung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC).

Besonders interessant: Der Digitalisierungsdruck wird dabei an die Banken weitergegeben. So eine weitere Erkenntnis der PwC-Studie. Denn die Autoren gingen auch den Fragen nach, inwiefern Banken mittelständische Unternehmen bei der Digitalisierung unterstützen und darüber hinaus innovative Produkte respektive Dienstleistungen im Angebot haben müssen. Befragt hierfür wurden 250 mittelständische Unternehmen aller Industriesektoren, junge Tech-Unternehmen, Traditionsbetriebe sowie Gesellschaften mit nationalem und internationalem Fokus.

Kunden wollen Banken als Bindeglied

Demnach sehen nur noch 31 Prozent der befragten mittelständischen Unternehmen ihre Hausbank als reinen Anbieter von Finanzprodukten. Stattdessen erwarten rund zwei Drittel (67 Prozent) der Mittelständler eine umfassende, unabhängige Beratung – auch über Finanzierungsfragen hinaus. Gut ein Drittel der Befragten (34 Prozent) schreibt den Banken zudem eine Netzwerkrolle zu und wünscht sich zum Beispiel die Vermittlung zu Start-ups. Banken sollen in diesem Kontext mehr und mehr zum Reflexionspartner der Firmenkunden werden, der bei neuen Kooperationen, Geschäftsmodellen und Prozessen als Bindeglied zwischen den Beteiligten fungiert. „Banken haben durch die Digitalisierung im Mittelstand die Chance, sich von einem reinen Finanzdienstleister zu einem Netzwerkpartner und Intermediär zwischen ihren Firmenkunden zu entwickeln“, umreißt Holger Junghanns, Leader Customer bei PwC Deutschland.

Fehlende IT-Kenntnisse verhindern schnelleren Fortschritt

Die Untersuchung deckte aber auch ein derzeitig bestehendes Hemmnis auf, und zwar seitens der Unternehmen: fehlende Kenntnisse im Bereich der Digitalisierung. Auch deswegen konzentrieren sich derzeit rund 36 Prozent der mittelständischen Unternehmen darauf, IT-Kompetenzen aufzubauen.

Hier geht es zur gesamten Studie.

In kleinen Schritten

Wir von JITpay™ verfolgen – gemeinsam mit unserem starken Partner, der Volksbank BraWo – alle Trends und Entwicklungen in den Bereichen Digitalisierung, FinTech und Logistik (4.0). Wir unterstützen Sie bei der Digitalisierung Ihrer Abrechnungsprozesse in der Logistik und können Ihnen durch unser Supply-Chain-Finance-Modell Liquidität und Unabhängigkeit gewährleisten.

Übrigens, Digitalisierung bedeuten nicht, alles Bekannte in Frage zu stellen. Es reicht völlig aus, Digitalisierung in kleinen Schritten umzusetzen. Und damit kann man sofort starten und nicht erst in drei bis fünf Jahren – und sich dadurch einen Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Im „Neuland“ zuhause

Jetzt aber noch mal kurz was zur estnischen E-Residency: Prominenteste E-Bürgerin Estlands ist Angela Merkel, die bei ihrem Besuch in der Hauptstadt Tallinn vor drei Jahren eine entsprechende ID-Karte erhielt. Ja, auch die Bundeskanzlerin scheint inzwischen im „Neuland“ angekommen zu sein, sie hat dort sogar einen Wohnsitz …

Mehr Artikel finden Sie hier in unserer News-Übersicht. Bild: Pixabay

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JITpay™ digitalisiert die Abrechnungsprozesse in der Logistik. Im Rahmen der Zentralabrechnung (ZAL®) übernimmt JITpay™ die Abrechnung sämtlicher Logistikkosten für Versender, Speditionen und Fuhrunternehmen. Die Zentralabrechnung kombiniert JITpay™ mit einem eigenen Supply-Chain-Finance-Produkt, das die sofortige Bezahlung der Leistungserbringer ermöglicht. Versender und Speditionen erhalten hierdurch die Möglichkeit, flexible Zahlungsbedingungen zu vereinbaren. Als FinTech und Logistik-Start-up setzt JITpay™ modernste Technologien ein und verfügt über effiziente digitale Geschäftsprozesse. Dabei kooperiert JITpay™ mit starken traditionellen Partnern sowie mit innovativen Technologieanbietern. Gründer und Geschäftsführer der in Braunschweig ansässigen Firma sind Dr. Daniel Steinke, Boris-Michael Steinke sowie Dennis Wallenda, die zusammen über mehr als 50 Jahre Erfahrung in den Bereichen Logistik, IT und Financial Services verfügen.

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