LNG-Lkw umweltschädlicher als Diesel-Lkw

Die niederländische Organisation für angewandte naturwissenschaftliche Forschung (TNO) hat LNG-Lkw getestet. Die ökologische Bilanz fiel ernüchternd aus. Von Dirk Mewis

Laut einem wissenschaftlichen Praxistest im Auftrag der niederländischen Regierung schneiden Diesel-Lkw bei den NOx- und CO2-Emmissionen besser ab als die LNG-Lkw. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der nieder- ländischen Organisation für angewandte naturwissenschaftliche Forschung (TNO). Bis zu fünfmal mehr Luftverschmutzung als herkömmliche Dieselfahrzeuge verursachten mit LNG betriebene Lkw. Der europäische Umweltverband Transport & Environment (T&E) fordert daher aufgrund dieses Befundes, die steuerlichen Erleichterungen für LNG-Lkw abzuschaffen.

„Die neuen Erkenntnisse stehen im Widerspruch zu den Behauptungen der betroffenen Lkw-Hersteller, dass Gas-Lkw die Stickoxidemissionen um 30 Prozent senken“, meint T&E. Der Verband ist deshalb der Auffassung, dass deutsche und andere europäische Regierungen die steuerliche Subventionierung von fossilem Erdgas im Verkehr beenden sollten.

Laut dem Bericht stießen die drei getesteten LNG-Lkw im kombinierten Stadt-, Land- und Autobahnverkehr zwei- bis fünfmal mehr schädliche Stickoxide aus, als der getestete Diesel-Lkw mit dem niedrigsten Testergebnis. Auch im städtischen Verkehr allein war der NOx-Ausstoß der LNG-Lkw immer noch zwei bis dreieinhalb Mal so hoch, wie beim Diesel-Lkw. Selbst mit Biogas angetriebene Nutzfahrzeuge änderten nichts an den Emissionswerten, da sich die Brennstoffeigenschaften von Biomethan nicht von denen von fossilem Erdgas unterschieden.

Bei dem TNO-Test wurden sechs Diesel-Lkw der Euro-6-Norm aus dem Jahr 2013 mit drei LNG-Lkw von Scania (Scania LNG G340 von 2017), Iveco (Iveco LNG Stralis Hi-road von 2017) und Volvo (Volvo LNG FH420 von 2018) im Realverkehr miteinander verglichen. In fast allen getesteten Kategorien schnitten die Diesel-Lkw in Bezug auf Umweltfreundlichkeit besser ab als die LNG-Lkw.

Große Unterschiede beim NOx-Ausstoß

Auch bei den Bemühungen, den CO2-Ausstoß im Straßengüterverkehr zu senken, seien die LNG-Lkw laut der Untersuchung keine große Hilfe. Denn die LNG-Lkw von Scania und Iveco verursachten nur drei bis fünf Prozent weniger CO2-Emmissionen, als die Diesel-Lkw. Der LNG-Lkw von Volvo mit einer Hochdruck-Direkteinspritzung kam auf einen Wert von 14 Prozent weniger CO2 im Vergleich zu den Diesel-Lkw. Diese CO2-Einsparungen der LNG-Lkw würden jedoch durch höhere CO2-Produktion im Herstellungsprozess von Flüssigerdgas im Vergleich zum Lkw-Diesel wieder aufgehoben, monieren die Experten von TNO. Gleichzeitig konnten die TNO-Tester keinen großen Unterschied in der Feinstaubbelastung zwischen Diesel- und LNG-Lkw feststellen.

Der Umweltverband T&E kritisiert, dass trotz dieser Werte gasbetriebene Fahrzeuge derzeit in Europa von zum Teil hohen Steuererleichterungen profitierten. „Italien gewährt für Gas im Verkehr eine Steuererleichterung in Höhe von 99,5 Prozent im Vergleich zu Diesel, womit dem italienischen Staatshaushalt jedes Jahr 675 Millionen Euro an potenziellen Steuereinnahmen verloren gehen“, rechnet T&E aus. Und aufgrund von Steuererleichterungen gingen dem spanischen Haushalt immerhin noch 143 Millionen Euro verloren, 62 Millionen Euro Steuereinnahmen fehlten in Deutschland und 50 Millionen Euro in Frankreich.

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