Corona-Ausbruch in deutschem Amazon-Zentrum

Während die Infektionen in Deutschland zurückgehen, explodierten sie in einem deutschen Logistik-Zentrum des Online-Händlers Amazon in Bad Hersfeld. Ohne Temperaturcheck kommt derzeit niemand ins Logistikzentrum. Von Dirk Mewis

Etwa 20 Seiten umfasst der aktuelle Pandemieplan, der für beide Amazon-Standorte in Bad Hersfeld gilt. Und „wir lernen jeden Tag dazu“, erklärt Stephanie Schreiber, Leiterin des FRA 3 an der Amazonstraße. Auch der Betriebsrat sei laut Schreiber involviert. Vieles habe man relativ unkompliziert und schnell umsetzen können. So seien beispielsweise die vor kurzem installierten Trennwände aus Plexiglas auf allen Tischen in der Kantine zustande gekommen, und weil der normale Betrieb wegen Corona dort ruht, wurden zusätzliche Kühlschränke und Mikrowellen für die Selbstversorgung geordert. „Wir versuchen, in allen Bereichen kreativ zu sein“, sagt Pressesprecher Thorsten Schwindhammer. So wurden Einbahnstraßen eingerichtet, es gibt zusätzliche Stationen für das Ein- und Ausstempeln, und Teammeetings sowie die sonst üblichen Ausgangskontrollen entfallen. Dadurch sollen unnötige Warteschlangen und Kontakte vermieden werden sollen.

Amazon steht seit Ausbruch der Pandemie weltweit immer wieder in der Kritik, nicht ausreichend für den Schutz seiner Mitarbeiter zu sorgen. In den USA verklagten Angestellte das Unternehmen sogar deshalb.

Im Amazon-Logistikzentrum FRA 3 in Bad Hersfeld arbeiten von montags bis samstags 2.700 Mitarbeiter auf 110.000 Quadratmetern in Früh-, Spät- und Nachtschichten, so dass sich zeitgleich lediglich einige hundert Mitarbeiter im Gebäude befinden. Schilder auf Deutsch und Englisch erinnern jetzt an den gebotenen Abstand von zwei Metern, informieren über die korrekte Benutzung der Mund-Nasen-Maske oder die nun tägliche Sprüh- und Wischdesinfektion und auch in den WCs gibt es Trennwände aus Plexiglas zwischen den Waschbecken.

Maske und Temperaturcheck

Sowohl die Maskenausgabe als auch der Temperaturcheck vor Arbeitsbeginn erfolgen aus einer Art Plexiglasbox heraus. Freiwillige der Mitarbeiter übernehmen laut Schreiber diese Aufgaben. Wird bei einem Mitarbeiter auch nach doppelter Infrarotthermometer-Prüfung noch erhöhte Temperatur festgestellt, wird der Mitarbeiter nach Hause geschickt – verbunden mit dem Hinweis, sich beim Hausarzt zu melden.

Etwa 4.000 Masken werden pro Tag im FRA 3 ausgeteilt, eigene Mund-Nasen-Bedeckungen sind jedoch ebenfalls erlaubt. Knapp 700 Quadratmeter Plexiglas wurden allein dort wegen Corona bisher verbaut, was Kosten im „höheren fünfstelligen Bereich“ verursacht habe, schätzt Thorsten Schwindhammer. Die Arbeit mit Maske sei nicht wirklich angenehm, weiß auch Standortleiterin Stephanie Schreiber. Zumal im Wareneingang und -ausgang gerade jetzt auch durch Wiedereröffnung des Einzelhandels weiterhin richtig viel zu tun sei. Doch der Schutz aller Beschäftigten habe nun mal Vorrang. Auch im FRA 1 am Eichhof in Bad Hersfeld, wo noch keine Corona-Infektionen bekannt wurden, arbeite man deshalb an der Maskenpflicht.

Gleichzeitig seien für viele Kollegen auch die Kita- und Schulschließungen sehr belastend gewesen, beobachtet Schreiber, die selbst Kinder hat. Man habe deshalb versucht, Betreuungsprobleme möglichst unbürokratisch beispielsweise durch den Tausch von Schichten zu lösen. Um mit der Familie oder der Kinderbetreuung in Kontakt bleiben zu können, darf das private Mobiltelefon mit an den Arbeitsplatz genommen werden.

Über die Zahl der mit Corona infizierten Amazon-Mitarbeiter wird derzeit spekuliert. Amazon selbst gibt weiterhin keine konkreten Zahlen heraus. Laut Landkreis gibt es bestätigte Covid-19-Fälle „in geringer Anzahl“.

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