Einzelhandel wird weitgehend geschlossen

Die ökonomische Dimension der Coronakrise ist mittlerweile dramatisch. Dauert der Shutdown acht Wochen, kann das der Einzelhandel nicht aushalten, erklärt der Hauptgeschäftsführer des deutschen Handelsverbands. Von Dirk Mewis

Mit drastischen Einschränkungen wollen Bund und Länder die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland bremsen. „Das sind Maßnahmen, die es so in unserem Lande noch nicht gegeben hat“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bereits am 18. März in Berlin. Es gehe darum, soziale Kontakte zu verringern. Das wirtschaftliche Leben, die Energieversorgung und die medizinische Versorgung sollten aufrechterhalten werden, erklärte Merkel. Das Gesundheitssystem solle nicht überfordert werden. Der Einzelhandel wird weitgehend geschlossen, nur noch Stellen des täglichen Bedarfs – Supermärkte, Apotheken, Tankstellen und Banken bleiben weiter geöffnet. Gleichzeitig schickten die erneute Zinssenkung in den USA sowie die Nachricht über den größten Einbruch der Industrie in China seit 30 Jahren die weltweiten Leitindizes erneut auf Talfahrt. Der Dax hat seit seinem Jahreshöchststand bereits über 35 Prozent verloren.

Corona-Krise legt die Automobilbranche lahm

Erste Erhebungen zeigen auch das Ausmaß auf die Automobilindustrie: Dem Auto- und Wirtschafts- experten Ferdinand Dudenhöffer zufolge muss sich die Industrie im besten Falle – der keine Bankenpleiten und eine wirtschaftliche Stabilisierung nach drei Monaten vorsieht – auf „erhebliche Einschnitte“ am europäischen Automarkt einstellen. Die Corona-Krise legt die Automobilbranche so gut wie lahm. Nachdem andere Hersteller bereits angekündigt hatten, ihre Produktion zu stoppen, stellten nun auch VW und Daimler die Produktion in Europa zu großen Teilen ein. Für die Daimler-Werke wurde ein zweiwöchiger, für die VW-Werke ein zwei- bis dreiwöchiger Produktionsstopp angekündigt.

Auch der deutsche Einzelhandel hat den Blues. „Schon in drei bis vier Wochen wird es Insolvenzen geben“, prognostiziert Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des deutschen Handelsverbands in der „FAZ“. Pro Tag verliere der Einzelhandel (das Food-Segment nicht eingerechnet) 1,15 Milliarden Euro Umsatz. „Dauert der Shutdown acht Wochen, kann der Einzelhandel das nicht aushalten.“ Die derzeitigen Reiserestriktionen dürften den Umsatz der deutschen Tourismusbranche laut Statista auf zehn Prozent unter Vorjahr drücken – für Italien werden 24 Prozent, für China sogar 40 Prozent weniger als im Vorjahr erwartet. 53 Prozent der mehr als 800 vom Deutschen Reiseverband befragten Unternehmen geben an, bereits jetzt Umsatzrückgänge von mehr als 50 Prozent verkraften zu müssen. An der Wall Street wurde der Handel zum wiederholten Mal in kürzester Zeit ausgesetzt: Der Dow Jones verlor dennoch fast 13 Prozent und verzeichnete damit den stärksten Rückgang seit dem Schwarzen Montag im Oktober 1987. „Wir sind Zeuge einer Art ‚Lehman-Moment‘“, sagt Blackrock-Kapitalstratege Felix Herrmann dem „Handelsblatt“.

Güterverkehr im Schengenraum

Und die EU-Kommission veröffentlicht jetzt Leitlinien für den Güterverkehr im Schengenraum. Unter anderem empfiehlt sie den Staaten, an den Grenzen separate Fahrspuren für den Lkw-Verkehr zu reservieren. „Wenn wir jetzt nicht handeln, werden Läden Schwierigkeiten bekommen, ihre Lager mit bestimmten Produkten zu füllen“, erklärt Kommissionschefin Ursula von der Leyen schon in einem Video erklärt. Kein Land könne alle benötigten Produkte selbst herstellen.

Auch das deutsche Gesundheitssystem gerät – allen Deklarationen zum Trotz – an seine Grenzen. Bundesländer wie Bayern und Berlin bereiten bereits auf die Einrichtung von Notfallkliniken in Messehallen vor. Unikliniken werden von Forschung auf Versorgung umgestellt, bereits pensionierte Ärzte werden reaktiviert. Professor Edwin Kohl, Gründer und Chef des hierzulande größten Arznei- mittelimporteurs kohlpharma erklärt in diesem Zusammenhang: „Es gibt Knappheiten, aber die sind auch darauf zurückzuführen, dass große Mengen nach China und in andere Teile der Welt verkauft worden sind, sodass die Produktion nicht nachkommt.“ Der Unternehmer bemängelt grundsätzlich die zunehmende Abhängigkeit von asiatischen Märkten: Ich kenne Deutschland noch als Apotheke der Welt. Heute hängt die gesamte EU ab von der Produktion der Rohstoffe in Fernost ab. Vor allem ausländische Aufkäufer hätten die heimische Produktion erst übernommen und dann nach Fernost verlegt: Es fehle vor allem an Schutzbekleidung, um den Corona-Test durchführen zu können.

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