Stresstest in Frankfurt

In Corona-Zeiten wird noch deutlich mehr online eingekauft als schon in den Vorjahren. Viele KEP-Lieferdienste verzeichnen neue Rekorde bei Sendungsmengen. Von Dirk Mewis

Gut einen Monat vor Jahresende hat die Deutsche Post DHL mehr Pakete zugestellt als im ganzen Vorjahr. In Deutschland seien 2020 bisher 1,6 Milliarden Pakete transportiert worden, bilanziert der Bonner Konzern. Damit wurde der konzerneigene Rekord schon jetzt übertroffen, 2019 hatten die gelben Transporter in Deutschland 1,59 Milliarden Pakete befördert.

Wegen des boomenden Online-Handels übertrifft das Unternehmen schon seit langem Jahr für Jahr seinen eigenen Höchstwert. Aber jetzt geschieht dies außergewöhnlich früh. Denn in Corona-Zeiten shoppen viele Menschen lieber im Internet als im Geschäft. Bis zum Jahresende rechnet der Konzern inzwischen mit rund 1,8 Milliarden beförderten Paketen, das wäre ein Plus von etwa 15 Prozent. So hoch war der Zuwachs noch nie. Zum Vergleich: 2018 lag das Plus bei 7,7 Prozent und 2019 bei 5,7 Prozent. Die Deutsche Post DHL lässt zudem ihre Briefträger mehr kleinere Pakete austragen als bisher, zusätzlich klingeln die Zusteller bisweilen auch abends für die Paketübergabe.

Auch Wettbewerber wie Hermes und DPD rechnen mit Höchstwerten. Insgesamt beschäftigt die Paket-, Express- und Kurier-Sendungsbranche (KEP) bis Jahresende 30.000 zusätzliche Kräfte zur Bewältigung der Sendungsmassen.

Auch der KEP-Lieferdienst Hermes stellt sich für die nächsten drei Wochen auf die arbeitsreichste Zeit des Jahres ein. Das Weihnachtsgeschäft laufe zwar schon seit Oktober, so das Unternehmen, aber von Ende November bis kurz vor Heiligabend wird etwa ein Drittel des gesamten Weihnachtsgeschäfts abgewickelt. Laut Hermes entspricht das über 35 Millionen Sendungen. Und wegen der steigenden Popularität von Aktionen wie Black Friday oder Cyber Monday könnte die Anzahl der Zustellungen im Vergleich zum Vorjahr, für den Zeitraum dieser Aktionen, um bis zu 40 Prozent steigen.

Beschleunigte Digitalisierung

Um dieses Sendungsvolumen zu schaffen, hat Hermes bereits vor Oktober damit begonnen, die Sortierkapazität zu erhöhen und das Personal sowie den Fuhrpark aufzustocken. Das Netzwerk aus über 16.000 Paketshops im Bundesgebiet und eine auch durch die Coronakrise beschleunigte Digitalisierung des Zustellprozesses sollen ebenfalls helfen.

Prinzipiell appellieren die Unternehmen an die Verbraucher, möglichst früh ihre Sendungen aufzugeben oder verschicken zu lassen, damit sie Heiligabend unter dem Weihnachtsbaum liegen. DHL nennt Samstagmittag, den 19. Dezember, als spätesten Zeitpunkt für eine Abgabe, damit das Paket spätestens am 24. Dezember ankommt.

Die Deutsche Post hatte in der Corona-Krise ein rasantes Wachstum im Paket-Geschäft verzeichnet, der Konzern transportierte teilweise Mengen wie sonst nur zu Weihnachten. „Einiges spricht dafür, dass dieser Anstieg im Onlinehandel kein Strohfeuer ist“, erklärt Vorstandschef Frank Appel. Gemessen am gesamten Einzelhandel sei der Online-Anteil immer noch gering, so der Post-Chef. „Es gibt also viel Potential für Wachstum.“ Ein Ende der Globalisierung wegen der Corona-Krise erwartet Appel nicht. „In der Pandemie zeigt sich: Globalisierung ist nicht das Problem, sondern die Lösung“, ist der Vorstandsvorsitzende des Logistikkonzerns überzeugt. Erst die Globalisierung ermögliche die globale Forschung nach einem Impfstoff gegen die Pandemie. Sie ermögliche aber auch die Versorgung der Menschen mit den Dingen des täglichen Bedarfs und helfe die wirtschaftlichen Folgen der Krise durch stabile Lieferketten und durch den Zugang zum Weltmarkt zu mildern.

Die Express-Sparte des Bonner Konzerns erwartet ein Wachstum der Sendungsmengen von über 50 Prozent und hat 10.000 neue Mitarbeiter eingestellt, um die Sendungsflut mit dann rund 110.000 Beschäftigten bewältigen zu können, erklärt Post-Manager Michiel Greeven. Auswirkungen der Pandemie wie Ausgangssperren oder die Einhaltung von Abstandsregeln hätten zu massiven Veränderungen im Einzelhandelssektor sowie im Verhalten der Verbraucher geführt, Online-Shopping und der Versand würden als neue Normalität angesehen. „Aus der Perspektive des E-Commerce könnte man sogar sagen, dass wir durch Covid-19 im Jahr 2020 bereits auf dem Stand des Jahres 2030 sind“, resümiert Michiel Greeven.

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