5 Factoring Fragen von Unternehmern

Obwohl Factoring beileibe keine neue Erfindung ist, verfügen viele Unternehmer noch über keinerlei Erfahrungen damit. In diesem Zusammenhang werden immer wieder Fragen gestellt, von denen wir die fünf wichtigsten hier beantworten möchten.

Was ist Factoring und wie kann es uns zu mehr Liquidität verhelfen?

Factoring bedeutet laut Definition einen immer wiederkehrenden Kauf der Forderungen aus Warengeschäften oder Dienstleistungen. Es erfolgt gegen eine direkte Bezahlung des Kaufpreises, mit dem auch der Ausfallrisiko durch den Factor übernommen wird. Als ein Anschlusskunde beim Factoring verkaufen Sie die offenen Forderungen an den Factor, wobei es sich in den meisten Fällen um das Full Service Factoring handelt. Bei dieser Art der Absicherung werden drei Funktionen vereint – die Finanzierung, die Versicherung der Forderungsausfälle und das Auslagern des Debitorenmanagements.

Der deutsche Factoring-Markt bietet aber noch viele andere Varianten – die Rede ist vom Stillen-, Reversen- und sogar unechten Factoring. Es gibt unterschiedliche Anbieter, die sich auf die eine oder die andere Variante spezialisiert haben und so die Wünsche der Kunden ganz spezifisch erfüllen können.

Die meisten Mittelständler stellen die Finanzierung der Forderungen, die ihre Liquidität sichert, in den Vordergrund, deswegen wird meist nach der Full-Service-Dienstleistung gesucht. Das macht die Anschlusskunden liquider und lässt sie die möglichen Einkaufsvorteile wie Skonti nutzen. Auch das Outsourcing – das Debitorenmanagement wird an den Factor übergeben – wird mit der dazugehörigen Debitorenbuchhaltung und mit dem Mahnwesen von vielen Unternehmen sehr geschätzt.

Warum wird Factoring immer beliebter?

Es gibt nicht wenige, die sich die Frage stellen, was das Factoring vor allem bei den mittelständischen Unternehmen so beliebt macht. Es gibt immer mehr Firmen, die nach günstigem Factoring und nach Finanzierungslösungen suchen, die für den Mittelstand günstig sind, denn sie brauchen schnell Liquidität und Forderungsausfälle können nur schwer verkraftet werden.

Daher hat sich der Forderungsverkauf zu einem regelrechten Trend entwickelt, und immer mehr Unternehmen betreiben ihn. Der Forderungsankauf ist natürlich nicht risikofrei, doch es gibt diesbezüglich Versicherungen, die Probleme vermeiden können. Die Reaktionen der Kunden auf Factoring sind unterschiedlich, denn manche fürchten, dass sie so den persönlichen Kontakt verlieren und das der Einzug der Forderung komplett anders verläuft.

Was unterscheidet offenes und stilles Factoring?

Beim offenen Factoring sind die Debitoren, d. h. die Kunden über das Vorhandensein eines Factoring-Unternehmens informiert. Die Kunden wissen, dass Forderungen des Dienstleisters an einen Factor abgetreten werden. Offenes Factoring kann bei einer intakten Geschäftsbeziehung vorteilhaft sein.

Beim stillen Factoring werden die Kunden nicht darüber informiert, dass ein Factoring-Unternehmen im Hintergrund tätig ist. Auch die genannte Bankverbindung auf den Rechnungen weist nicht darauf hin, dass es einen Factor gibt. Viele Kunden könnten verschreckt reagieren, wenn sie wüssten, dass jemand anderes die Forderungen bekommt.

Zudem gibt es das halboffene Factoring. Hier wird der Kunde nicht explizit auf das Vorhandensein eines Factors hingewiesen, doch die Bankverbindung deutet in diesem Fall darauf hin.

Welche Vor- und Nachteile hat Factoring für ein Unternehmen?

Vorteile:

  • Sofortige Liquidität, keinerlei Zahlungsengpässe.
  • Das Unternehmen beauftragt einen Dritten mit dem Forderungsmanagement, es muss selbst keine Angestellten damit beschäftigen. Das spart Zeit und Geld.
  • Die Gebühren sind meist sehr gering beim Factoring.
  • Beim stillen Factoring weiß der Kunde nicht, dass es einen Factoring-Anbieter im Hintergrund gibt.

Nachteile:

  • Das Unternehmen verliert einen gewissen Prozentsatz des Umsatzes
  • Nicht alle Kunden mögen es, wenn der Lieferant eine Factoring-Bank beauftragt, die Forderungen einzuholen.

Was bedeutet Einzelfactoring?

Einzelfactoring bedeutet, dass ein Unternehmen fallweise die Forderungen an ein Factoring-Unternehmen verkauft. Das kann bei ganz besonderen Kunden oder bei Rechnungen ab einer  bestimmten Höhe der Fall sein. Natürlich will auch das Factoring-Unternehmen nicht nur die schlechten Forderungen aufkaufen.

Einzelfactoring eignet sich besonders für Kunden, die als Dienstleister in Vorleistung gehen müssen und dessen Kunden leider nicht so schnell bezahlen. Gerade bei sehr hohen Beträgen wird dies gerne gemacht. Einzelfactoring heisst natürlich nicht, dass das Unternehmen nur die schlechten Forderungen an ein Factoring-Unternehmen verkaufen soll. Verständlicherweise will auch der Factor nichts mit Forderungen zu tun haben, bei denen schon im Vorfeld klar ist, dass der Schuldner sie nicht begleichen wird.

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